Philosophische Fakultät 
Universität Novi Sad
Institut für Germanistik
2013/2014

Der Besuch der alten Dame

 als tragische Komödie

Neda Radenković
Absolventin
Novi Sad, am 09.01.2014

1

In dem,im Jahr 1956 erschienen, Werk Der 

Besuch der alten Dame 

behandelt Friedrich 

Dürenmatt die Anfälligkeiten, Lügen, Scheinheiligkeiten, die Korrumpierung der Kleinbürger 

während der Industriezeit,die Ungerechtigkeiten die einer Einzelperson durch die 

Anschuldigungen der Masse zustoßen können und deren Rache. Das Buch wurde von 

Dürrenmatt umgeschrieben und zu einem Theaterstück umfunktioniert, er stellt damit seine 

eigene Ansicht der Theaterthematik zur Schau. Das Drama 

Der Besuch der alten Dame 

wurde 

als tragische Komödie tituliert. Um das aber näher zu beschreiben, müssen erst die Begriffe 

Tragödie und Komödie genauer definiert werden. 

„Tragödie(dt. Trauerspiel)ist eine Gattung des Dramas;dichterische Gestaltung der Tragik als 

Darstellung eines ungelöst bleibenden tragischen Konflikts mit der sittlichen Weltordnung,mit 

einen von außen herantretenden Schicksal usw.,der das Geschehen zum äußeren oder inneren 

Zusammenbruch führt,doch nicht unbedingt im Tod des Helden,sondern in seinem Unterliegen 

vor dem Ausweglosen gipfelt.“

1

Der Held wählt oder ist auswegslos verloren und zeigt erst im 

Angesichts des Todes wahre Größe und wird als Held deklariert. In der Tragödie der Neuzeit 

erscheint weniger die Gegensätzlichkeit von Mensch und Göttlichem als der in der Individualität 

angelegte zwischenmenschliche Konflikt.

„Komödie(dt.Lustspiel) -eine Gattung der Dramas;komisches Bühnenstück als dramatische 

Gestaltung einen oft nur scheinbaren Konflikts,der nach Entlarvung der Scheinwerte und 

Unzulänglichkeiten des Menschenlebens mit heiterer Überlegenheit über menschliche Schwächen 

gelöst wird.Die Zuschauer blicken zu den Figuren auf Bühne oder Leinen entweder hinauf oder auf 

sie hinab,empfinden sie entweder als Verkörperung einen Kraft,der sie gleichen,oder eine 

Schwäche,der sie bloß nicht gleichen wollen:die sie deswegen verlachen.“

2

Dürrenmatt hat seine ganz eigene Dramaturgie. Er entfernt sich von den klassischen Vorbildern 

wie Aristoteles und seiner Konzipierung der Tragödie und Komödie. Er verbindet sie zu einer 

Tragikomödie. „Im Gegensatz zur Tragödie und Komödie hat die Tragikomödie keinen eigenen 

1

Gero von Wilpert,

Sachwörterbuch der Literatur,

Alfred Kröner Verlag,Stuttgart,1964.,S.733.

2

Ibidem S.344.

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