GOETHE 1805-1832

Nach dem Tod Schillers wurde Goethe kränker und widmete sich dem Reisen. 1806 heiratete er schließlich 
und 1807 verliebte er sich in die damals 18 Jährige 

Minna Herzlieb. 

in seinem Roman 

Die Wahlverwandschaft 

(Tragödie, Novelle,

 

2 Teile, Konflikt zwischen Leidenschaft und Vernunftbrachte er diese Liebe hinein). In 

dieser Zeit schloss er auch mit 

Faust 1

( autobiographisches Werk aus 2 Teilen, 60 Jahre Goethes Leben) ab.  

1809 begann Goethe eine Autobiographie zu verfassen. Ein Jahr später veröffentlichte er die sehr aufwendig 
ausgestattete 

Farbenlehre

. Er forschte in den Literaturen des Auslands und aller Zeitalter. Als die Menschen 

sich gegen die französische Fremdherrschaft erhoben, flüchtete Goethe geistig in den Nahen Orient: Er 
begann das Studium des Arabischen und Persischen, las im Koran und Verse des persischen Dichters Hafis
Als 

Bettina Brentano

 in 

Weimar

 auftauchte, half sie mit dem von seiner Mutter erhaltenen Wissen über 

Goethes Jugend beim Fortgang der Lebensbeschreibung 

Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit  

(4 Teile, 

Gouthes Leben 1749 bis zur Abreise nach Weimar 1775, Schauspielplätze sind: Frankfurt, Leipig, Sessenheim, 
Darmstadt und Wezlar).

 

 1814 reiste Goethe in die 

Rhein- und Maingegend

. In 

Frankfurt

 traf er den Bankier 

Johann Jakob von Willemer

 und dessen Partnerin 

Marianne Jung,

 die wenige Wochen später, noch während 

Goethes Anwesenheit und auf seinen Rat hin, heirateten. Goethe war zwar 65 Jahre, fühlte sich jedoch 
keineswegs zu alt und verliebte sich in Marianne. Sie wurde zur Muse und Partnerin in der Dichtung und  es 
entstanden weiter Verse von Nachtigall und Rose, Wein und Liebe, bis er den 

West-östlichen Divan 

(2 Teile: 1. 

Teil : Poesie (12 Bücher) 2. Teil: Prosa (Noten und Abhandlungen))abschloss. 1819 starb Christiane Vulpilus 
und ein Jahr später war er nicht mehr der Direktor des Weimartheaters.

 

 In diesen Jahren entstand 

Geschichte 

meines botanischen Studiums

 (1817), bis 1824 folgten in der Schriftenreihe 

Zur Naturwissenschaft 

überhaupt 

Gedanken u. a. zu 

Morphologie, Geologie und Mineralogie. 

Zeitweise widmete sich 

Goethe mystischen Aspekten, die ihren Niederschlag in 

Urworte

Orphisch

 fanden. Die Tagebücher und lange 

liegengebliebene Notizen dienten ihm zur Aufarbeitung der Italienischen Reise. 1821 

folgte Wilhelm Meisters 

Wanderjahre

, eine Sammlung kleiner Novellen. Goethe wählte nun 

Marienbad

 als Kurort. 1823 erkrankte 

Goethe an einer 

Herzbeutelentzündung

. Nachdem er sich erholt hatte, wurde er geistig lebendiger als zuvor. 

Der Greis hielt ernsthaft um die Hand der 19-jährigen 

Ulrike von Levetzow

 an, die er mit ihrer Mutter in 

Karlsbad kennengelernt hatte. Sie wies ihn jedoch ab. Auf der Heimreise schrieb er sich die Enttäuschung mit 
der 

Marienbader Elegie 

von der Seele.  1828 starb Goethes Gönner Karl August, 1830 sein Sohn 

August

. In 

demselben Jahr schloss er die Arbeit am 

zweiten Teil des Faust 

ab. Seine letzten Worte waren :

 MEHR LICHT.

„Die Wahlverwandtschaften“

Entstehung: Von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1809
Der Begriff „Wahlverwandtschaft“ stammt aus der Chemie, wo er das anziehende und abstoßende Verhalten 
von chemischen Verbindungen beschreibt, indem die stärkere Säure die schwächere aus ihren Salzen 
verdrängt. Das wird von Goethe den Schicksalen der beiden Paare unterlegt. Goethe möchte die menschliche 
Liebe, Freundschaft und Paatenschaft aus der immer etwas neues herauswächst, wobei der Sinn gleich bleibt, 
durch Chemie erklären. Die Verbindungen sind wichtig und nicht die Personen allein. 
Form: Tragödie. Liebesroman der eine Novelle sein sollte aber doch ein Roman wurde, der keiner literarischen 
Epoche zuzuordnen ist. Er hat viele Monologe, Prologe, Dialoge und ist in direkter Rede verfasst. Er besteht 
aus 2 Teilen die je 18 Kapitel beinhalten. Nur 4 Personen sind im Werk.
Zeit und Ort: Ort: Schloss, Landgut und Dorf. Zeit ist nicht genau bestimmt.

 

In der Zeit von einem der 

Koalitionskriege. Der erste Satz informiert, dass das Geschehen im April einsetzt. Nur an den Veränderungen 
der Natur sieht man, dass die Handlung sich über eineinhalb Jahre bis zum Herbst des Folgejahres erstreckt.
Historischer Hintergrund: Ideenkrieg gegen Napoleon, Todesfälle von Herder, Schiller und Goethes Mutter.
Einfluss aufs Werk: Kant: „Metamorphose der Pflanzen“ und Bergmann: „Moralische Sitten“
Thema: Konflikt zwischen Leidenschaft und Vernunft. Er führt zuerst ins Chaos und dann zum tragischen Ende. 
Symbol für die Verbundenheit der Figuren stehen ihre Namen: Denn nicht nur der Hauptmann, auch Eduard 
heißt in Wirklichkeit Otto, die Silbe ‚ott‘ ist sowohl in, Charlotte als auch in Ottilie enthalten, und folgerichtig 
wird auch das Kind nach seinen vier Eltern Otto genannt – dagegen bleiben die meisten übrigen Personen 
namenlos und werden mit ihren Berufen oder Titeln bezeichnet (der Gehülfe, der Graf, die Baronesse, der 
Architekt, der Geistliche, bei Mittler fallen Name und Beruf zusammen).
Motive: Natur (Plantanen und zerstörerische Macht), Christentum (der Priester und die Entstehung des 
Neuen) und Romantik (-EO steht auf dem Becher und als Eduard in weg wirft zerbricht er nicht:starke Liebe; 
Eduard schrieb Briefe im Namen von Ottilie für sich selber).

Inhalt:

Erster Teil

Nach dem Tod ihrer ersten Ehepartner konnten Eduard und seine Jugendliebe Charlotte heiraten. Das 
reiche, adelige Paar lebt zurückgezogen auf einem Landgut Eduards. Dort widmet es sich seinen 
Liebhabereien, vor allem der Ausgestaltung des Landschaftsparks. Die Beziehung der beiden ist eher von 
Vertrautheit geprägt als von Liebe oder Leidenschaft. Das Miteinander wird unterbrochen, als – nach 
anfänglichen Bedenken Charlottes – jeder einen Gast ins Haus aufnimmt: Eduard seinen Freund, den 
unverschuldet in Not geratenen Hauptmann Otto, Charlotte ihre eltern- und mittellose Nichte Ottilie.
Der Hauptmann zeichnet sich durch Kenntnisse und Tatkraft aus. Auf seine Initiative hin werden auf dem Gut 
diverse Verbesserungen durchgeführt. Vor allem aber übernimmt er die Leitung der landschafts-
architektonischen Arbeiten; Charlotte unterstützt ihn dabei. Der jungen Ottilie mangelt es an Erfolg. Sie 
spricht wenig, ist uneigennützig und bescheiden und ruht in sich selbst. Charlotte weist sie in die Leitung des 
Haushalts ein, die sie bald ganz übernimmt. Zunächst unbewusst, dann uneingestanden, fühlen sich Eduard 
und Ottilie auf der einen, Charlotte und der Hauptmann auf der anderen Seite immer stärker zueinander 
hingezogen. Schließlich finden sich die Ehegatten in einer Liebesnacht, während der sich beide in die Arme der 
jeweils geliebten Person phantasieren. Am nächsten Tag gestehen Charlotte und der Hauptmann sich ihre 
Gefühle. Aus Achtung vor dem ehelichen Treueversprechen verlangt Charlotte jedoch von ihm, ihrer Liebe zu 
entsagen. Auch zwischen Eduard und Ottilie kommt es zu einer leidenschaftlichen Szene; im Gegensatz zu 
dem anderen Paar gibt Eduard sich ganz und gar seiner Liebe hin. Charlotte meint, die Gewalt, die sie sich 
selber angetan hat, auch von Eduard verlangen zu können. Sie schlägt vor, Ottilie zu entfernen und das 
ursprüngliche Verhältnis wieder herzustellen. Eduard ist tief betroffen. Er hatte mit der Möglichkeit einer 
Scheidung gerechnet, zumal er seine Frau mit dem Hauptmann verbunden glaubte. Um eine Entscheidung 
hinauszuzögern, zieht er auf ein anderes Anwesen. Kurz zuvor hat auch der Hauptmann das Haus verlassen, 
um eine Anstellung anzutreten. Allein zurückgeblieben, versuchen die beiden Frauen, das gewohnte Leben 
weiterzuführen. Ein junger Architekt übernimmt die Aufgaben des Hauptmanns. Äußerlich gefasst, ist Ottilie 
verzweifelt wegen Eduards Abwesenheit. Charlotte stellt fest, dass sie schwanger ist und hofft, dass Eduard 
nun zu ihr zurückkehren wird. Dieser reagiert verstört auf die Nachricht. Das Dasein scheint ihm unerträglich 
geworden; er flüchtet in den Krieg. Ottilie sieht durch Charlottes Schwangerschaft jede Hoffnung für sich 
zerstört. Sie zieht sich in sich selbst zurück.

Zweiter Teil

Die Verschönerungsarbeiten erstrecken sich nun auch auf den Friedhof des Dorfes und die zugehörige Kirche. 
Ottilie hilft dem Architekten eigenhändig beim Ausmalen einer Seitenkapelle. Charlotte bringt einen Sohn zur 
Welt. Er ähnelt auf verblüffende Weise Ottilie und dem Hauptmann – Ergebnis des doppelten ‚geistigen 
Ehebruchs‘, aus dem er entstanden ist. Ottilie übernimmt die Pflege des Kindes. Ein Besucher erzählt von 
Personen, die sich in einem Konflikt ähnlich dem vorliegenden befanden, der jedoch in diesem Fall mit einer 
glücklichen Heirat endete. Nach etwa einjähriger Abwesenheit kehrt Eduard mit Auszeichnungen aus dem 
Krieg zurück. Er lädt den inzwischen zum Major beförderten Hauptmann zu sich und beauftragt ihn, Charlotte 
um die Scheidung zu bitten. Sein Plan sieht vor, dass Charlotte mit dem Major und dem Kind auf dem Landgut 
leben soll, während er selbst mit der Geliebten auf Reisen geht. Trotz mancherlei Einwände macht der Major 
sich auf den Weg zum Gut. Eduard kann seine Ungeduld nicht bezwingen und folgt ihm unmittelbar nach. Am 
Ufer des vom Architekten angelegten Sees trifft er auf Ottilie mit dem Kind; sie fallen sich in die Arme. Der 
Scheidung gewiss, trägt Eduard der Geliebten seine Pläne vor. Ottilie überlässt Charlotte die Entscheidung. 
Aus Zeitnot will sie über den See nach Hause rudern. Vom Zusammentreffen mit Eduard erregt, lässt sie beim 
Besteigen des Kahns das Kind ins Wasser fallen; sie kann es nur noch tot bergen. Charlotte gibt sich und ihrem 
Zögern die Schuld an dem Unglücksfall. Sie willigt in die Scheidung. Als der Major für sich selber wirbt, erhält 
er eine unbestimmte Antwort. Eduard sieht mit dem Tod des Kindes das letzte Hindernis einer Verbindung mit 
Ottilie beseitigt. Diese wiederum begreift sich selbst als die Schuldige und merkt zudem, dass sie in den 
zurückliegenden Wirrnissen ihrer Natur untreu geworden ist. Sie will für ihr ‚Verbrechen‘ büßen, indem sie 
ihrer Liebe entsagt. Nachdem aber Eduard gegen ihren Willen ein weiteres Treffen herbeigeführt hat, erkennt 
sie, dass die beiderseitige Anziehungskraft unüberwindlich ist. Sie stellt das Sprechen sowie das Essen ein und 
stirbt. Ihr Grab in der von ihr selbst ausgemalten Kapelle wird schon bald zur Wallfahrtsstätte Hilfesuchender. 
Wenig später stirbt auch Eduard, der seinen Lebenswillen verloren hat. Charlotte lässt ihn an der Seite der 
Geliebten beisetzen.

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